Gift in Kleidern


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Auszüge aus dem, im "Stern" 1996 erschienenen Artikel "Gift in Kleidern":

Um Krankheiten, an denen Textilien schuld sind, haben sich Gesundheitsbehörden, Politiker und Ärzte in Deutschland bisher kaum gekümmert. Dabei sind solche Beschwerden keineswegs selten.

Die Deutschen sind mit 23 Kilo Weltmeister im Kleiderkauf.

Naturfasern wie Baumwolle, Seide, Leinen und Wolle dienen oft nur noch als Haltgerüst für eine Vielzahl von Chemiestoffen... Wollte man alle in einem Bikini verwendeten Farben und Hilfsstoffe auflisten, wäre das Etikett größer als das Höschen.

Etiketten, die "100 Prozent reine Baumwolle" verheißen, sind deshalb häufig Täuschung.

Die Bibel der "Textilveredler"- Branche ist der "Textilhilfsmittel-katalog". Auf 346 Seiten nennt die Schwarte fast 7000 Substanzen...

Was die Industrie anpreist (...) sind für den Toxikologen Max Daunderer "krebserzeugende und hautschädigene Stoffe en masse".

Zur Verwendung auf der Haut werden unter anderem feilgeboten:

  • Das Rattengift Cumarin ("opt. Aufheller")
  • Verwandte verrufener Unkrautkiller ("Reservierungsmittel)
  • krebsfördernde, verbotene, hormonähnliche Stilbene ("Beizmittel")
  • Benzimidazole ("Nachbehandlungsmittel zur Echtheitsverbesserung")

Das riecht nach Abfallentsorgung, urteilt [der Germersheimer Lebensmittelchemiker] Pollmer. Die chemische Industrie entledige sich hier gegen bare Münze ihrer Neben- und Abfallprodukte. Auch für Daunderer ist die Sache klar: "hier läuft ein brutales Entsorgungsprogramm ab. Ins Abwasser dürfen die das Zeug nicht kippen, denn da ist es zu leicht nachweisbar. Also verkaufen sie es."

1991 gab der Gesamtverband der Textilindustrie zu, daß man bei der Kleiderproduktion "Koppelprodukte chemischer Prozesse" einsetze, "die Abfall sein würden, wenn sie nicht verwendet werden."

 

(Stern)

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